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Der Altweibersommer ist vorerst nicht in Sicht

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  • Der Altweibersommer ist vorerst nicht in Sicht

    Von leoloewe · melden

    Hallo zusammen, der Altweibersommer ist vorerst nicht in Sicht.

    Was hat es den auf sich mit dem „Altweibersommer“?
    Als Altweibersommer bezeichnet man eine Wettersingularität, die von Mitte September bis Anfang Oktober auftritt. Eine Wettersingularität ist ein Witterungsabschnitt, der zu einer bestimmten Zeit im Jahr mit einer höheren Wahrscheinlichkeit vorkommt. Die Witterung während des Altweibersommers ist geprägt von milden, sonnigen und trockenen Tagen. In den Nächten kühlt es jedoch, durch die im September schnell kürzer werdenden Tage, schon deutlich aus. In den Morgenstunden bildet sich oft Nebel oder Tau, der sich durch die noch ausreichend starke Sonneneinstrahlung meist vormittags auflöst. Oft gibt es in dieser Zeit auch den ersten Bodenfrost der Jahreszeit.
    Ursache für diese Schönwetterperiode im Frühherbst ist ein kräftiges Hoch über Mitteleuropa. Dieses bleibt eingekeilt zwischen einem Atlantiktief und einem Tief über Osteuropa meist mehrere Tage stationär liegen. Es blockiert die atlantischen Tiefdruckgebiete, die sonst meist von West nach Ost vom Atlantik über Großbritannien bis Skandinavien ziehen, und mit ihren Frontensystemen für wechselhaftes Wetter sorgen würden. Diese Altweibersommerwetterlage tritt mit über 70 % Wahrscheinlichkeit auf und kann von mehreren Tagen bis Wochen dauern, ja selbst noch weit in den Oktober hinein und sorgt dann für den sogenannten „Goldenen Oktober“.

    In Wetterstatistiken ist diese Schönwetterperiode seit ca. 200 Jahren nachweisbar und in Bauernregeln sogar seit mehreren Jahrhunderten. Nach der Statistik kommt diese Schönwetterphase im Herbst zu rund 70 Prozent vor. Sie ist also eine der zuverlässigsten Wetterregeln im Jahresverlauf. Der Name könnte auch eine Anspielung auf die Spinnweben der Baldachin-Spinnen sein. Diese knüpfen (altdeutsch weiben) ihre zarten Fäden und lassen sie im Herbst durch die Luft segeln. In den klaren Nächten des Septembers benetzt der Morgentau die Spinnweben, sodass diese in der Morgensonne glitzern und an langes, silbergraues Haar älterer Frauen erinnern.

    In den letzten 20 Jahren hatten wir in Schwörstadt nur 5 Jahre keinen Altweibersommer und das letztmals 2008 und 2013. Auch dieses Jahr zeichnet sich ab, dass wir mit wechselhaftem Herbstwetter zumindest bis auf weiteres auf dieses sehr willkommene Wetterereignis verzichten müssen.
    Alle Badefreunde und Sonnenanbeter erinnern sich eventuell noch wehmütig an den September letztes Jahr.
    Der September 2016 war am Hochrhein nach 1947 der zweitwärmste September seit Messbeginn vor über 150 Jahren. Besonders in der ersten Septemberhälfte lachten die Freibadbesitzer mit der Sonne um die Wette: Strahlend blauer Himmel, sommerliche Temperaturen und kaum ein Tropfen Regen sorgten für bestes Badewetter. Im gesamten 3,4°C zu warmen und 25% zu sonnigen September fiel mit 44,8 l/m² (nach 2003 der zweittrockenste) nicht einmal die Hälfte des normalen Septemberniederschlages.

    Viele Grüße aus Schwörstadt
    Helmut
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