„2015, bewahre mich nicht, ich tue es auch nicht!“

Die Aussage, dass Erfahrungen Maßarbeit sind und nur dem passen, der sie macht, trifft für mich den Nagel auf den Kopf. Wie oft aber möchten wir anderen Erfahrungen, die wir gemacht haben, unbedingt weitergeben? Sei es, weil wir sie z.B. vor Schmerzen oder Enttäuschungen bewahren wollen? Oder weil wir etwas gelernt haben, was uns weitergebracht hat und nun wollen wir, dass auch andere davon profitieren?
So gut, wir es damit meinen – ich glaube, dass das, was in dem Zitat steht, wirklich stimmt: Erfahrungen kann nur jeder für sich selbst machen. Niemand kann sie einem abnehmen. Und jemanden zu lieben heißt eben auch, ihn seine eigenen Erfahrungen machen zu lassen – wohl wissend, dass nicht alle von ihnen angenehm sein werden.
Sicher gibt es Situationen, in denen wir versuchen können, andere von echten Dummheiten abzuhalten, um Unheil zu verhindern. Und bei Kindern müssen wir natürlich einen Rahmen setzen, damit sie sich z.B. nicht selbst ernsthaft verletzten und doch wird es auch hier nicht ohne Schmerzen abgehen. Die berühmte Herdplatte, auf die wohl jede/r von uns einmal fassen muss, ist hier ein konkretes Beispiel, aber auch ein Symbol für die vielen Dinge, die wir nur dadurch lernen, dass wir sie ausprobieren.
Jemanden zu lieben heißt also, ihn oder sie eigene Erfahrungen machen zu lassen. Nicht vorwegnehmen wollen, was dieser Mensch erleben wird, denn das was wir erlebt haben, kann für jemand anderen ganz anders sein. Und Lieben heißt dann auch, da zu sein, wenn jemand Trost braucht, weil er schmerzliche Erfahrungen gemacht hat und sich um Himmels Willen den Satz "Das hätte ich dir auch vorher sagen können." oder auch "Das habe ich dir doch gleich gesagt." zu verkneifen.
Wenn mir früher jemand mit seiner Lebenserfahrung kam und Zweifel an meinem Tun geäußert hat dann habe ich meine ganze Energie darein gesteckt, der Welt zu beweisen, dass ich es doch schaffe. Es waren ziemlich viele Erfahrungen die ich oft schmerzhaft erfahren musste.
Viele machen aber den Fehler (wenn man das so nennen will), andere selbst vor den kleinsten Dingen bewahren zu wollen. Nein, nimm ein anderes Eis, das schmeckt furchtbar. Blablabla.
Und ich glaube, da muss man sich einfach selbst abschirmen und lernen, Kommentare zu ignorieren. Auf keinen Fall versuchen, es den anderen immer recht zu machen und seinen eigenen Weg gehen, sonst läuft es irgendwann wie in der Geschichte mit dem Vater, dem Jungen und dem Esel.
Ich finde es irgendwie schade, daß “Erfahrungen weitergeben” anscheinend irgendwie mit schlechten Erfahrungen assoziiert wird. wenn ich unterwegs bin um neue Leute kennenzulernen bin ich immer ganz gierig, neugierig und gespannt darauf, wie diese Menschen ihr Leben in bestimmten Bereichen meistern (z.b. mit Geld haushalten, etc.). Ausprobieren muß man allerdings wieder selbst.
Auf geht’s…2015!
Eure Lachy

andrea59 Schön geschrieben Lachy. Und nicht nur schön, sondern auch sehr richtig. Es fällt nicht immer leicht anderen keine gut gemeinten Ratschläge zu geben. (Da fällt mir, wie immer bei dem Thema, ein: *Auch Ratschläge sind Schläge*)
Das , oft schmerzhafte, *selber erfahren* ist wichtiger als tausend vorgekaute Ratschläge und Erfahrungsberichte...
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Giselli Jeder Mensch sollte sich eine eigene Meinung der Dinge bilden und sich nicht auf die Meinungen andere Menschen festlegen...
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lachanfall Danke Euch! :)
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