Michael Spleth

Der mediterrane Wintersportler

Auf den Bühnen in SWR3 Land, auf Sendung mit 1,5 Watt oder auf dem Herd mit viel Knoblauch: Michael Spleth lässt’s überall kochen. Wieso der Moderator seinem Job ein cooles Hobby verdankt? Und wie er es geschafft hat, all seine Begabungen unter einen Hut und auf eine Scheibe zu bringen? Ob St. Anton, DanceNight, Esstisch: Kollege Jochen Graf war dabei und berichtet live und exklusiv!

Cuxhaven in Niedersachsen. Das beschauliche Städtchen im Norden hat mindestens zwei Söhne, die man kennen sollte: Der eine ist Volker Neumüller. Genau, der Juror von DSDS. Der Talente sucht und sucht, meist jedoch keine fi ndet – jedenfalls keine, die Bestand haben. Beim anderen Sohn ist es genau umgekehrt. Der sucht nicht nach neuen Talenten, entdeckt aber ständig welche. Das Tollste: Er fi ndet sie alle bei sich selbst! Sein erstes großes Talent entdeckte Michael im Alter von 16 Jahren: Radio machen. 1,5 Watt reichten bei Radio Octagon aus, um erste Fans anzulocken. Oma Spleths Ruf »Junge, die Post ist da!« beendete den Sendebetrieb aber sofort. Die Sender wurden allmählich größer, die Wattzahlen stiegen – bis er schließlich bei SWR3 in Baden-Baden landete. Als einer der ersten DJs war Splethi, wie ihn seine Fans nennen, mit der legendären Soundmachine auf Tour. Kurze Zeit später, als die SWR3 DanceNight startete, war klar: Kein Ort ist vor dem König der Luftgitarre sicher! Seitdem hat die DanceNight an gut 1 000 Orten in Baden- Württemberg und Rheinland-Pfalz Station gemacht. Und immer noch ist die Bühne der Ort, an dem Michael sich am wohlsten fühlt. Spaß, Action und das Gespür fürs Publikum – er nimmt alle mit auf die Reise. Und wenn es draußen noch so ungemütlich ist: Sobald Micha sich das Mikro schnappt und Robbie Williams »Angels« singt oder gar einen seiner eigenen Hits performt (die er zuhause mal so ganz nebenbei zaubert), ziehen sich die Mundwinkel der Besucher magisch nach oben. Kein Wunder – wenn sie von der Bühne aus als Sonnenkinder bezeichnet werden. Auch beim SWR3 Skifestival im traumhaften St. Anton am Arlberg darf die Luftgitarre natürlich nicht fehlen. Für Wintersportler ist hier das Paradies. Vor seiner ersten Reise nach St. Anton war Michael allerdings alles andere als ein Wintersportler. Getreu der Devise »Face your fears« lieh er sich Snowblades aus und entdeckte so ein weiteres Talent: Ski fahren – er hat sich wirklich gut gemacht! Pssst, ein Geheimtipp: Im Winter ist er oft an der Vogelskopf- Piste im Nordschwarzwald anzutreffen. Manchmal auch außerhalb der Öffnungszeiten des Lifts! Dort genießt er Ruhe und Frieden. Denn Michael ist ein Genießer. Als solcher offenbart er auch Talente, die ihm manch einer gar nicht zutraut. Zum Beispiel Kochen. Seine Spezialität: mediterraner Braten mit viiiiel Knoblauch, frischem Gemüse vom Markt, Kartöffelchen und dazu ein Rioja oder badischer Rotwein aus dem Barrique. Zu diesen Gelegenheiten kann es durchaus vorkommen, dass Michael sich seine (echte) Gitarre schnappt und draufl osspielt. Während andere versprechen, dass sie das Beste der 70er, 80er, 90er und von heute und morgen sowieso spielen, macht er es einfach. Und wenn Michael plötzlich feststellt, dass man mal einen Song über den Sommer schreiben müsste oder über die Leute, die man so trifft, oder über den Wunsch, sich wegzuträumen – dann vergeht keine Stunde und der nächste Song aus der Spleth-Hitschmiede ist fertig. Dieter Bohlen wäre neidisch und Volker Neumüller hätte endlich ein Talent gefunden. Splethis neuestes Projekt vereinigt alle seine Talente: Sein erstes Album ist da! Handgemachte Musik mit tollen, glaubwürdigen Texten. Er hat dafür gekämpft wie ein Skirennläufer, beweist sich live auf der Bühne, ist für euch im Radio zu hören – und genießt das alles mindestens so sehr wie die mediterrane Küche. Und ich bin mir sicher: Bis zur Rente kommen bestimmt noch einige Talente zum Vorschein.

Splethis Prophezeiung

Mit 80 – so lange wird man bis dahin wohl arbeiten müssen – werde ich mit heiserer Stimme zum letzten Mal gesagt haben: »Wo immer ihr seid, have a nice night!« Gehe zu Fuß heim, weil der Benzinpreis bei 23 DM/Liter liegt (ach ja, die Mark kommt zurück!). Von den 350 DM Rente kaufe ich mir lieber eine Flasche guten Rotwein. Und dann rufe ich meinen alten Weggefährten Jochen an, ob er noch einmal mit mir auf Tour quer durch SWR3 Land geht. Mit allem Schnickschnack, wie damals – bevor die Finanzhaie mit unserer Kohle Kasino gespielt haben. Und wir nennen sie: die letzte Tour – Teil 29!

Michael Spleth

SWR3 Das Magazin 7/2010

Anmelden

Jetzt neu! Melde dich mit deinem Facebook- oder Google-Account an: Hilfe

Anmelden mit Google Anmelden mit Google

Passwort vergessen?Jetzt registrieren